Hilf mir.
3 AprWenn es denn die starken, großen, viellebenden Menschen gibt und die schwachen, kleinen, die sich nicht heraus trauen, sind dann die ersteren verpflichtet die zweiteren an den Händen zu nehmen und durchs Leben zu führen – bzw. – erst einmal überhaupt ins Leben hineinzuführen? Denn im Grund hat doch jeder seine kleine Aufgabe und das Wesen gehört ja sicher dazu und wenn ein Mensch großes Potenzial hat, aber nicht den Mut vor die Tür zu treten oder aus dem Fenster zu springen, da man ja nicht weiß, wo man landen würde, dann muss dieses Potenzial doch von denen, die die Schlüssel und die Wegweiser und die Falltücher herstellen, ans Tageslicht befördert werden, da dies ja wiederum deren Aufgabe und Potenzial ist.
Wenn es jemandem am Einen mangelt, dann kann er nichts dafür, aber wenns jemandem nur dran mangelt, sich aufzuschließen und sein Können in die Welt zu posaunen und penetrant anderen vor die Füße zu kotzen, dann ist das verwerflich, weil dieser jemand ja dann sein Talent verschwendet, in der Schublade zuhause. Nur weil die anderen alle zu feige sind und zu faul und sich zu schön, um bei diesen schwachen Menschen an die Türen zu klopfen und sie raus zu holen und zu respektieren für das, was sie können und zu respektieren, dass sie vielleicht Präsentations-Legastheniker sind.
Warum muss man sich immer selbst retten und sich selbst da hin kämpfen, wo man vielleicht gerne wäre und dabei kilometerweit durch ein menschenleeres Meer paddeln, an anonymen anderen Booten vorbei, warum ist es nicht legitim zu sagen: hilf mir, bitte. Man tut ja gerade so, als käme man ohne seine Mitmenschen aus. Ich sage so gerne „hilf mir“ und ich mache mich damit nicht lächerlich.